»RECHTES LAND«
Vernissage der Fotoausstellung »RECHTES LAND« von Julius Schien: 10. Otkober 2026,
UM 16 UHR
Finissage:
24.10.2026,
14-16:30 UHR
im Rahmen des zweiten Offiziellen Gedenktags für die Opfer Rechter Gewalt in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt
“Rechte Gewalt und rechtsextreme Kräfte ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere Geschichte […].”
Julius Schien, Fotograf.
»RECHTES LAND« erzählt in menschenleeren Großformatfotografien und Begleittexten die Geschichten, die sich auf diesen leeren Bühnen zugetragen haben. Dieses wachsende Archiv dient als eindringlicher Index rechtsextremer Gewalt und fordert uns auf, zu erinnern, zu reflektieren und Widerstand zu leisten. In die Zukunft zu blicken bedeutet, seine Vergangenheit anzuerkennen – und ein Zeichen gegen Hass zu setzen.
Seit der Wiedervereinigung starben in Deutschland über 200 Menschen durch rechte Gewalt – über 200 Schicksale, die oftmals nicht nur im kollektiven Gedächtnis fehlen, sondern denen auch häufig eine offizielle staatliche Anerkennung verwehrt bleibt.
Konfrontiert mit der fortwährenden Präsenz von rechter Gewalt, dokumentiert Julius Schien in dem Projekt »RECHTES LAND« die Tatorte rechter Gewalt und legt dabei einen bisher einzigartigen visuellen Katalog der Tatorte an.
In aufwendigen Archivrecherchen machte Schien über 200 Straßenecken, Gerichtssäle und sogar Zugabteile ausfindig – allesamt Orte, an denen Menschen aufgrund extrem rechter Einstellungen getötet wurden.
Im Zuge des Erfurter Gedenktages für die Opfer rechter Gewalt werden in Zusammenarbeit mit ezra, der Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen, all die Orte gezeigt, an denen Menschen seit 1990 in Thüringen durch rechte Gewalt ums Leben kamen.
Der Fotograf, Julius Schien, stellt seine Arbeit vor | Hier geht’s zu seinem Instagram Profil oder zur Website
Prof. Dr. Franka Maubach, Historikerin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ettersberg, hält ein Grußwort
Input von Franziska Schestak-Haase, Beraterin bei der Opferberatung ezra, zum Stand des Neubewertungsverfahrens der Todesopfer rechter Gewalt in Thüringen
Vernissage | 10. Oktober 2026 | 16 Uhr
Veranstaltende:
Die Fotoausstellung wurde im Rahmen des zweiten offiziellen Erfurter Gedenktags für die Opfer Rechter Gewalt organisiert. Der Gedenktag ist eine Errungenschaft von Initiativen und Selbstorganisationen, die seit Jahren für Anerkennung, Sichtbarkeit und Unterstützung kämpfen.
Blinde Flecken e.V.
Erfurt
bietet historisch-politische Bildungsarbeit zur Aufklärung und Aufarbeitung rechter Gewalt an. Wir erforschen menschenfeindliche Gewalt und ihre gesellschaftlichen Kontinuitäten seit den 1990er und 2000er Jahren. Die Stärkung marginalisierter Perspektiven steht bei uns im Vordergrund: Indem wir nicht über, sondern mit Betroffenen sprechen. Kernfelder unserer Vereinsarbeit sind die Darstellung unserer Forschungsergebnisse und das jährliche Gedenken an die drei Todesopfer rechter Gewalt in Erfurt: Heinz Mädel, Ireneusz Szyderski und Hartmut Balzke.
ezra
Erfurt
unterstützt seit April 2011 Menschen, die angegriffen werden, weil Täter*innen sie einer von ihnen abgelehnten Personengruppe zuordnen. Finanziert wird die Opferberatungsstelle über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „DenkBunt“. Wir arbeiten in Trägerschaft des re:solut e.V. (Rundum engagiert: solidarische Unterstützung in Thüringen e.V.), einem selbstständigen Werk der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).
Vielfalt Leben –
QueerWeg Verein für Thüringen e.V.
setzt sich für die Belange von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter*, nicht-binären und anderen queeren Menschen (LSBTIQ*) in Thüringen ein. Mit verschiedenen Projekten und Veranstaltungen tragen wir zu mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz für LSBTIQ* in Thüringen bei.